Museum Calvet

ESPRIT CALVET (1728-1810)

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Esprit-Claude-François Calvet wurde am 24. November 1728 in Avignon geboren. Er stammte aus einer Toulouser Familie, die seit dem 15. Jh. in der Papststadt lebte.
Seine Ausbildung erhielt er im Jesuitenkollegium, er studierte dann in Montpellier und Paris und wurde Doktor der Medizin. Calvet praktizierte in Avignon und wurde leitender Arzt der Krankenhäuser Sainte Marthe und Saint-Bénézet. Er interessierte sich für Wissenschaften, Geschichte und Archäologie. 1791 umfasste seine Bibliothek fünftausend Werke. Aber auch die Kunst fand sein Interesse. Seine antiquarischen und naturgeschichtlichen Sammlungen waren in ganz Europa bekannt. Er begeisterte sich ebenfalls für alte Münzen, bei seinem Tod hinterließ er zwölftausend, darunter viele Goldstücke. Nach der Französischen Revolution beschloss er, sie der Stadt Avignon zu schenken und erklärte: „Es ist nur gerecht, wenn ich der Öffentlichkeit zurückgebe, was sie mir zukommen ließ.“ Er starb am 25. Juli 1810.



MARCEL PUECH (1918-2001)

Fast zwei Jahrhunderte später überließ Marcel Puech, ganz im Sinne von Esprit Calvet, 1986 der Stiftung Calvet sechshundert Kunstwerke. Es war eine der größten Zuwendungen an ein französisches Museum seit 1945. Die beeindruckende Sammlung umfasste 117 Gemälde, Mobiliar, Fayencen und Wandbehänge sowie eine bedeutende und seltene Auswahl Skulpturen, insbesondere aus Bronze.
Mit sicherem Geschmack hatte Puech eine einzigartige Sammlung alter Zeichnungen aus dem 16. bis 18. Jh. zusammengetragen, von denen viele aus Italien, aber auch aus Flandern und Frankreich stammten. Im Jahr 2000 stiftete er noch einige bedeutende Gemälde. Seine letzte Ruhe fand er in seinem Geburtsort Saint-Izaire in der Nähe von Millau.



MODERNE KUNST IM MUSEUM CALVET

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Die moderne Kunst fand eigentlich 1947 Einzug ins Museum Calvet, als Emile Joseph-Rignault, dem Museum alle im Laufe seines Lebens erworbenen Gemälde hinterließ. Zur Schenkung Rignault gehören eine Zeichnung von Cézanne und zwei von Modigliani (die aber wegen der besonderen Beleuchtung, die Arbeiten auf Papier erfordern, nicht ausgestellt sind), sowie Bilder von Dufy und Utrillo, ein sehr schöner Vlaminck und fünf Soutine, Meisterwerke der modernen Kunstabteilung, wie sie sonst in Frankreich, außer in Paris, nicht zu finden sind.
Auch Victor Martin, der 1987 dem Museum 25 Gemälde stiftete, gebührt Anerkennung. Dank seiner Gabe tritt eine prägnante Figur der Provence, Auguste Chabaud, in Erscheinung, ebenso Mathieu Verdilhan, Pierre Ambrogiani und René Sayssaud.



DIE STIFTUNG CALVET

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Gemäß Willen des Stifters wird die Fondation Calvet von einem neunköpfigen Rat verwaltet, der außer den drei auf Lebenszeit ernannten Testamentsvollstreckern, die durch Hinzuwahl ersetzt werden, fünf vom Stadtrat ausgewählte Verwaltungsräte mit einer Amtszeit von zehn Jahren umfasst. Der Bürgermeister von Avignon ist von Rechts wegen Vorsitzender. In Übereinstimmung mit der Museumsleitung legt der Rat die großen Linien der Museumspolitik fest.

Die Stiftung verwaltet ein bedeutendes Gut. Zum Vermächtnis von Calvet kamen nach und nach viele Schenkungen von Bürgern der Stadt Avignon, des Departements Vaucluse oder von Liebhabern der Provence hinzu.

Die Einkünfte aus diesem Vermögen dienen der Stiftung zur Finanzierung der Restaurationen, zum Erwerb von Kunstwerken und für Veröffentlichungen über die Sammlungen. Der letzte, 2008 erschienene Katalog war den italienischen Malern gewidmet.



LES AMIS DU MUSEE CALVET

Der eingetragene Verein „Freunde des Museums Calvet“ wurde 1996 gegründet. Er hat zum Ziel, zusammen mit der Stadt Avignon, dem französischen Staat und der Stiftung Calvet das Museum in das Leben der Stadt und der Region einzubinden und für seine Bekanntmachung in Frankreich und im Ausland zu sorgen.
Er unterstützt ebenfalls die Fortführung und Restaurierung der Sammlungen und organisiert Kulturreisen und Vorträge.
Eine Mitgliedschaft bei den Amis du Musée Calvet bedeutet, aktiv zum Wiederaufleben eines der bedeutenden französischen Museen beizutragen.

 

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